FDP: „Mehr Deutschunterricht statt Mehrsprachigkeit“

Posted on 2. März 2017

Mit Skepsis reagieren die Paderborner Liberalen auf den im kommenden Schulausschuss vorgestellten SPD-Antrag  zur Entwicklung und Umsetzung eines Modellprojekts für mehrsprachigen Unterricht in einem Wohnquartier der Stadt Paderborn. „Mehrere Sprachen zu beherrschen, baut Brücken zu anderen Völkern und Kulturen und eröffnet einem viele Möglichkeiten“, stellt FDP-Vorstandsmitglied Christian Rörig fest, betont aber auch: „Es kann, abgesehen von Ausnahmen als drittes Sprachangebot, nicht  die Aufgabe des Staates sein, neben den klassischen Fremdsprachen zum Beispiel auch noch Türkisch, Arabisch, Polnisch oder Russisch zu unterrichten. „Wenn Eltern mit Migrationshintergrund möchten, dass ihre Kinder die Muttersprache sprechen, müssen sie sich in Eigeninitiative darum kümmern, sei es zuhause oder in Form von privaten Bildungsangeboten.“ Auch das Argument, wonach die Beherrschung der Muttersprache berufliche Vorteile in einer globalisierten Welt verschaffe, ist für den Sachkundigen Bürger im Schulausschuss wenig stichhaltig: „Wer sich in der heutigen Welt nicht nur beruflich erfolgreich bewegen möchte, muss gutes Englisch sprechen und sollte im Idealfall auch noch über Spanischkenntnisse verfügen“, so Rörig weiter. „Die Initiative ´Lebendige Mehrsprachigkeit´ vergisst offensichtlich, wie schlecht es eigentlich um die Deutschkenntnisse vieler Bürger mit und ohne Migrationshintergrund steht“, ergänzt die Vorsitzende der Jungen Liberalen, Nicola Hagemeister, und erinnert daran, dass es 7,5 Millionen funktionale Analphabeten in  Deutschland gibt, die nicht richtig lesen und schreiben können. „Außerdem haben Parallelgesellschaften in mittlerweile drei Generationen gezeigt, dass man hierzulande leider auch ohne Deutschkenntnisse auskommen kann“, so die Lehramtsstudentin weiter. Als Beispiele hierfür nennt der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Dr. Michael Hadaschik die mehrsprachigen Führerscheinprüfungen oder Informationsbroschüren, die zwar von der Intention her gut gemeint seien, aber in der Konsequenz dazu führten, dass sich viele nicht befleißigt fühlten, ausreichend Deutsch zu lernen. „Eine kürzlich erschienene Studie ergab, dass 77% der befragten Europäer die Akzeptanz von Migranten von deren Beherrschung der jeweiligen Landessprache abhängig machen“, zitiert Christian Rörig die Ergebnisse einer transnationalen Umfrage des Pew Research Centers und kommt zu dem Schluss: „Lebendige Mehrsprachigkeit ist wünschenswert, aber in Hinblick auf  eine wirkliche Integration hierzulande müssen Staat und Gesellschaft ihr Augenmerk auf die Förderung der deutschen Sprache richten.“


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